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Die laufend steigenden und sich ändernden Anforderungen im Feuerwehrdienst erfordern ein hohes Maß an Professionalität. Der/die „Freiwillige Feuerwehrmann /-frau“ muss sich in den vielfältigsten Situationen beweisen. Deshalb ist eine solide Ausbildung Voraussetzung, um im Ernstfall qualifizierte Hilfe leisten zu können.
Die Ausbildung umfasst eine Vielzahl von Themen wie Rechte und Pflichten in der Feuerwehr, Gerätekunde, Fahrzeugkunde, Löschwasserversorgung, Brandlehre, u.s.w.
Ein besonderes Augenmerk wird auf die praktische Ausbildung gelegt. Hier stehen Themen wie tragbare Leitern und Einsatzübungen ganz oben. Übungen an Objekten im jeweiligen Einsatzgebiet sowie die Teilnahme an Einsätzen und Brandsicherheitswachen gehören ebenfalls zur praktischen Ausbildung.
Truppmann-Ausbildung
In den ersten zwei Jahren erfolgt die Ausbildung zum Truppmann. Dies ist die Grundausbildung, die jeder Feuerwehrdienstleistende durchlaufen muss. Die Ausbildung wird meist zusammen mit Feuerwehren aus der Umgebung durchgeführt. Die Dauer der Ausbildung beträgt min. 160 Stunden und findet abends und/oder an Samstagen statt. In diesem Lehrgang wird das theoretische und praktische Grundwissen durch erfahrene Ausbilder aus den freiwilligen Feuerwehren oder der Kreisbrandinspektion Erding vermittelt. Zur theoretischen Grundausbildung zählen Brandbekämpfung, Löschlehre, technische Hilfe, Geräte- und Fahrzeugkunde, Rechtskunde, Kartenkunde und ein Vielfaches mehr. Im praktischen Teil wird dem Feuerwehrangehörigen das Retten und Selbstretten von Personen aus Höhen und Tiefen, die richtige Vorgehensweise bei der Brandbekämpfung sowie der Umgang mit tragbaren Leitern und das Arbeiten mit verschiedenen Geräten, die der Feuerwehrangehörige als Handwerkszeug benötigt, vermittelt. Ebenso wird das Arbeiten in der Gruppe im Rettungs- und Löscheinsatz gelehrt. Am Ende der Ausbildung wird ein Test in Theorie und Praxis durchgeführt.
Nach erfolgreichem Abschluss des Truppmannlehrgangs können nun je nach Interesse und Eignung des Einzelnen weitere Lehrgänge besucht werden, welche aber nicht Pflicht sind. Bei der Feuerwehr Niederneuching ist man aber bestrebt, so viele Feuerwehrangehörige wie möglich in diesen Lehrgängen weiter auszubilden, um durch einen hohen Ausbildungsstand bestmögliche Hilfe im Ernstfall leisten zu können.
Truppführerlehrgang
Dieser Lehrgang baut auf den Truppmann-Lehrgang auf. Die bisher erworbenen Kenntnisse werden vertieft und erweitert. Idealerweise hat der Bewerber jetzt schon einige Feuerwehr-Erfahrung bei Einsätzen, Übungen und Arbeitsdiensten sammeln können. Hier lernen die Teilnehmer verantwortlich zu Handeln, Gefahren der Einsatzstelle zu erkennen und im kleinen Rahmen zu entscheiden. Es wird auch der kommunikative Austausch mit anderen Trupps und der Führungsebene geschult. Wie der Name schon ausdrückt, erwerben die Teilnehmer die Fähigkeit einen Trupp zu führen. Am Ende des Lehrganges ist eine Prüfung abzulegen, die von der Kreisbrandinspektion Erding abgenommen wird.
Der Truppführerlehrgang ist Grundvoraussetzung für die meisten weiteren Lehrgänge auf Landkreis- oder Landesebene!
Auf Landkreisebene werden u.a. folgende Lehrgänge angeboten:
Atemschutzgeräteträger
In diesem Lehrgang erlangen die Teilnehmer Kenntnisse über Arten und Wirkungsweise von Atemgiften, Atemschutzgeräten und deren Handhabung, Einsatzgrundsätze und Grenzen des Atemschutzes. Neben dem theoretischen Unterricht stehen auch praktische Übungen auf dem Unterrichtsplan. Denn ohne Atemschutz laufen nur sehr wenige Einsätze der Feuerwehr ab.
Sprechfunker
Dieser Lehrgang beinhaltet einen theoretischen und einen praktischen Teil. Hier werden dem Teilnehmer die physikalischen Grundlagen der elektromagnetischen Wellenausbreitung, Bedienung der Funkgeräte und das Absetzen von Nachrichten und Meldungen vermittelt. Rechtsgrundlagen gehören natürlich auch dazu. Dieser Lehrgang wird mit einer Prüfung abgeschlossen.
Mit bestandener Prüfung erlangen die Teilnehmer die Befähigung, Funkgeräte der BOS ( Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) zu bedienen und zu benutzen.
Maschinist für Löschfahrzeuge
Hier lernen die Teilnehmer die Vielfalt der Feuerlöschkreiselpumpen kennen. Vermittelt werden unter anderem die physikalische Grundkenntnisse des Saugvorganges, der Umgang mit den unterschiedlichen Pumpen, Kenntnisse der Löschwasserversorgung und -fortleitung. Dieser Lehrgang endet ebenfalls mit einer theoretischen und praktischen Prüfung.
Sanitäter in der Feuerwehr
Eine erweiterte Sanitätsausbildung gewinnt in der Feuerwehr einen immer größeren Stellenwert. Feuerwehrmänner und -frauen erlangen in rund 70 Ausbildungsstunden die Qualifikation „Sanitäter in der Feuerwehr“. Ferner wird ein rund 10 Stunden dauernder Frühdefibrillationslehrgang angeboten. Neben dem Umgang mit medizinischem Gerät steht die Erstversorgung bei Unfall und Brand im Vordergrund. Die Ausbildung ist unter anderem für den First-Responder-Dienst notwendig, bei dem das so genannte "therapiefreie Intervall" vom Notfallereignis bis zum Eintreffen des qualifizierten Rettungsdienstes (Notarzt, Rettungswagen) überbrückt werden soll.
Höhensicherung
Die Rettung aus Höhen und Tiefen ist sicherlich nicht ein Hauptaufgabengebiet der Feuerwehr. Doch auch für diese Fälle müssen Spezialisten zur Verfügung stehen. Das „Bergsteiger-Know-How“ wird eingesetzt, wenn Personen zum Beispiel von einem Baukran oder aus einem Schacht gerettet werden müssen.
Neben Ausbildungen in Lehrgangsform findet auch eine Vielzahl von Fortbildungsveranstaltungen statt.
Das Fortbildungsprogramm wird den aktuellen Bedürfnissen flexibel angepasst. Veranstaltungen werden beispielsweise zu den Themen Arbeiten im Bahnbereich, Hubschrauberlandung bei Nacht, Bedienung der Wärmebildkamera, Einsätze bei Fotovoltaikanlagen oder Einsatzleitung angeboten, um nur einen kleinen Teil zu nennen.
Dem interessierten Feuerwehrmann bieten sich eine Vielzahl an weiteren Lehrgängen an den Staatlichen Feuerwehrschulen Regensburg, Geretsried oder Würzburg. Internetadressen unter Links.
All dies ist in der Freiwilligen Feuerwehr möglich. Es ist aber zu bedenken, dass hierfür ein enormer Zeitaufwand von Nöten ist. Zeit, die man neben seiner Familie und seinem normalen Beruf aufbringen muss. Die Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr ist ein Ehrenamt und somit unentgeltlich. Diese Zeit wird von Leuten aufgebracht, die es sich zum Ziel gesetzt haben, anderen Menschen in Notlagen zu helfen. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.